27.01.2012
Auch in diesem Jahr fand auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen mit der Beteiligung einer Delegation der Partei DIE LINKE.Spandau eine Gedekveranstaltung statt, auf der neben dem Vorsitzenden des "Arbeitskreises der Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in Berlin und Brandenburg Prof.Dr. Günter Morsch auch der Zeitzeuge und Überlebender der Nazi-Barbarei Herr König auftrat, wobei den Plänen in einigen Ländern, einen europaweiten Gedenktag an die Opfer aller "totalitärer und autoritärer Regime" eine Abfuhr erteilt wurde (s.u. "offener Brief...")
Gerade im Jahr 2011/2012 kam Deutschland international wieder ins Gerede ob seines laxen Umgangs mit Nazis und seiner Geschichte. Die Befreiung vom Nazi-Albtraum 1945 war die eine Seite - die andere, dass sich in der BRD von Beginn des Adenauer-Staates an wieder SS-, Wehrmachts- und ehemalige Mitglieder der NSDAP im Staatsapparat, in den Geheimdiensten und Massenmedien tummelten als ob der Regimewechsel völlig übergangslos vonstatten ging. Dieser Nazigarde wurde das Ettket "demokratisch" übergestülpt, damit sie erneut das ingang setzen konnte, was sie gelernt hatte: Die bis heute anhaltende Verfolgung und Bespitzelung von Demokraten, Sozialisten und Kommunisten. Dem KPD-Verbot folgte ab Ende der sechziger Jahre der sog. "Radikalenerlass", der sich in diesen Tagen zum vierzigsten Mal jährt. Den damit verbundenen Berufsverboten waren immer Linke ausgesetzt bei gleichzeitiger Schonung und Unterstützung alter und neuer Nazis. Dass sich eine faschistische Untergrundorganisation wie der NSU ungestört über Jahre hinweg brandschatzend und mordernd mit logistischer, ideeler und finanzieller Unterstützung des Staates in Gang setzen konnte, ist nicht nur unter der Rubrik Skandal zu vermerken. Es spricht aber auch Bände über den Zustand dieses Staates, der sich wieder in Richtung "Weimarer Zustände" bewegt. Die gezielte Ermordung von 69 norwegischen Jugendlichen durch den Neonazi Breivik und seiner Logistiker löste in der norwegischen Gesellschaft einen Schulterschluss aller demokratischen Kräfte aus. Die kurz darauf gegen den Willen des Verfassungsschutzes bekannt gewordenen Morde an ausländischen Mitbürgern durch den NSU löste hierzulande nichts aus außer einem Gähnen. Gerade deshalb ist dies für uns Verpflichtung,dem Feldversuch eines Herbeimordens einer neuerlichen faschistischen Diktatur energisch Einhalt zu gebieten.
Deshalb
Piotr Luczak