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18. Januar 2012 Spandau

Ehrung für Vladimir Gall

Vladimir Gall während einer Signierstunde im Februar 2009

„ ...Straßen dürfen grundsätzlich erst nach Ablauf von fünf Jahren seit dem Tode der Person benannt werden. Über Ausnahmen entscheidet der Senat. Voraussetzung hierfür ist, dass es sich um eine herausragende Persönlichkeit handelt und ein gesamtstädtisches Interesse bzw. Hauptstadtbelange gegeben sind … (Ausführungsvorschriften zu § 5 des Berliner Straßengesetzes …).

Der Antrag der Partei DIE LINKE.Spandau in der Bezirksverordnetenversammlung, den Zitadellenweg in Vladimir-Gall-Weg umzubenennen gilt einer „herausragenden Persönlichkeit“, die weit über den Spandauer Bezug zeitgeschichtlich, aber auch für unsere heutige Zeit von großer Bedeutung ist.  

Der von unserem BVV-Verordneten Dirk Großeholz eingebrachte Antrag auf Straßenumbenennung wurde zwar aus formalen Gründen vertagt, kann aber in Form eines Änderungsantrags erneut gestellt werden.  Die Vertreter aller Parteien signalisierten Zustimmung, was zeigt, dass Vladimir Gall durchaus parteiübergreifenden Respekt verdient.

Am 21.01.12  findet an der Zitadelle Spandau um 12.00 Uhr die symbolische Umbenennung des Zitadellenwegs in Vladimir-Gall-Weg statt.

Vladimir Gall ist heute für uns ein Vorbild, sich mutig und entschlossen den faschistischen Mördern entgegenzustellen. Er als Antifaschist hat seinen Beitrag erbracht, wir dagegen sind in seiner Schuld und aufgefordert, das unsrige zu tun, dem sich wieder mit staatlicher Unterstützung breit machenden Nazitum Widerstand zu leisten und daraus eine gerechtere und wirklich demokratische Gesellschaft entstehen zu lassen. Sein Vermächtnis an uns ist auch, jenseits von Freizeit und Privatinteressen in Dresden die Faschisten am 18.02.2012 zu blockieren. Das ist die Nagelprobe.

Die Ehrung Vladimir Galls steht auch im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung der Spandauer LINKEN am 19. Januar. Vladimir Gall wäre am 20. Januar 2012 93 Jahre alt geworden.

Piotr Luczak