Diskussionsveranstaltung zum 80. Jahrestag der Zerschlagung der Gewerkschaften
Arbeitskreis Gewerkschaft
Es diskutieren:
Prof. Dr. Elmar Altvater
Dr. Reiner Zilkenat, Historiker
Gottfried Dolinski, Betriebsratsvorsitzender OSRAM, IG-Metall
Die Veranstaltung findet statt am 24. April, 2013 um 19:00 Uhr im Seniorenklub am Lindenufer Mauerstr. 10a
Die Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933
Morgens 10 Uhr in Deutschland. SA und der SS stürmen die Gewerkschaftshäuser, verhaften und misshandeln Gewerkschafter, verwüsten die Einrichtungen, beschlagnahmen Dokumente und Kassen.
Vier Monate zuvor, am 30. Januar 1933, ernannte Reichspräsident Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Eigentlich waren die Nazis damals schon wieder auf dem absteigenden Ast. Bei der Reichstagswahl im November 1932 hatte die NSDAP nur noch 33 Prozent der Stimmen erreicht – vier Prozentpunkte weniger als bei der Wahl Ende Juli 1932. Doch Deutschnationale und Industrielle überredeten Hindenburg zur Machtübertragung an Hitler und sein Kabinett der „nationalen Erhebung“.
In den Wochen nach dem 30. Januar krempeln die Nazis die formal noch bestehende Republik um. Von links nach rechts werden alle politischen Gegner nacheinander ausgeschaltet. Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter und Juden werden verfolgt, terrorisiert, verhaftet und in ersten provisorischen KZ misshandelt. Parteien, Gewerkschaften und Verbände werden aufgelöst oder zur Auflösung gezwungen. Die sozialistisch geprägten Gewerkschaften des „Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes“ (ADGB) überleben zunächst.
Doch als sie beim „Tag der nationalen Arbeit“ mitmarschieren, ist ihre endgültige Zerschlagung schon beschlossen.
Nach dem 2. Mai geht das Vermögen der Gewerkschaften an die Nazis. Gewerkschafter werden in KZ deportiert, viele werden ermordet. Anderen gelingt die Flucht ins Exil, wo sie mit der Organisierung von Widerstand beginnen. Und einige bleiben im deutschen Widerstand mit einem Bein im KZ.
Doch warum erst jetzt? Schon vor dem 30. Januar 1933 hatten die Nazis klar gezeigt, dass sie freie Gewerkschaften in ihrem „Dritten Reich“ nicht dulden werden: Veranstaltungen wurden gesprengt. Es gab Anschläge auf Gewerkschaftshäuser und Gewerkschafter. Warum gab es keinen Widerstand in den ersten Wochen nach der Machtergreifung“, als die Gewerkschaften noch stark waren?
Quelle: www.linkswaerts.de

